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Transparenz schafft Vertrauen

16.12.2015

Transparenz schafft Vertrauen

 

 

Ab 2016 gibt es eine CSR-Berichtspflicht für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Doch böse Zungen behaupten, dass diese früher oder später auch kleine und mittlere Unternehmen betreffen wird. Es gibt aber auch jetzt schon mittelständische Unternehmen, die freiwillig einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen.

 

 

Ein Interview mit Sascha Lukic, CSR-Manager der Kreissparkasse Göppingen, zu den Beweggründen und Erfahrungen zum Nachhaltigkeitsbericht


zeag: Herr Lukic, was war Ihre Intention? Warum haben Sie sich freiwillig die Mühe gemacht und einen Nachhaltigkeitsbericht verfasst?
Sascha Lukic: Unser Hauptmotiv ist das Schaffen von Transparenz über unsere Ziele, Maßnahmen, Aktivitäten und Entscheidungen in sozialen und ökologischen Aufgabenstellungen gegenüber unseren Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Göppingen. Auf diese Weise animieren wir Leserinnen und Leser zum konstruktiven Mitmachen und Mitgestalten unserer einzigartigen Region. Zudem signalisieren wir Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit. Wir nutzen den Bericht zur gesellschaftlichen Verantwortung, um unsere hohen Ansprüche an uns selbst regelmäßig und strukturiert zu reflektieren. Durch gezieltes Maßnahmencontrolling überwachen wir außerdem die Zielerreichung ausgewählter Schwerpunktthemen.

 

zeag: Wie lange haben Sie gebraucht, bis der Bericht inhaltlich feststand?
Sascha Lukic: Das Erstellen des Berichts verlief in unterschiedlich intensiven Etappen. Alles in allem haben wir drei bis vier Monate daran gearbeitet. In der ersten Zeit haben wir unter anderem die Rahmenbedingungen festgelegt und uns mit der Datensammlung und der Selektion der Inhalte befasst. Darauf folgten intensive Abstimmungs- und Verfeinerungsprozesse im Rahmen diverser Gremien sowie inhaltliche und formale Arbeiten. Mit dem Erschaffen des CSR-Berichts ging bei uns ein fruchtbarer Bewusstseinsbildungsprozess zu der Reichweite und den Grenzen unserer gesellschaftlichen Verantwortung einher, wie unser womöglich ungewöhnlich anmutendes Schwerpunktthema "Menschenrechte" bzw. Barrierefreiheit zeigt.

 

zeag: Welche Widerstände gab es zu bewältigen?
Sascha Lukic: Das Erfassen und Sammeln der Daten bezüglich quantitativer und qualitativer Indikatoren hat uns bei der Erstellung des Berichts herausgefordert. Schnell war klar, dass es eines systematischen Vorgehens und einer in Teilen technisch gestützten Lösung bedarf, um eine nutzenstiftende Datenerfassung zu etablieren. Darüber hinaus haben wir einen Bewusstseinsbildungsprozess über den Nutzen einer strukturierten Aufarbeitung sozialer und ökologischer Inhalte im Haus angestoßen. So konnten wir die vielfältigen Vorteile ausgewählter Maßnahmen für die Kreissparkasse Göppingen und ihre Anspruchsgruppen darstellen.

 

zeag: Werden Sie wieder einen CSR-Bericht herausgeben?
Sascha Lukic: Wir werden auch im kommenden Jahr einen Bericht zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung herausgeben. Ab der zweiten Berichtsperiode wird es für uns und unsere Anspruchsgruppen besonders interessant, da wir fortan Vergleiche zu vergangenen Berichtszeiträumen anstellen und damit positive und negative Entwicklung und Tendenzen herausarbeiten können.

 

zeag: Welche Tipps geben Sie den Leserinnen und Lesern für einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht?
Sascha Lukic:

  • Setzen Sie sich Schwerpunktthemen, über die Sie gezielt berichten und konzentrieren Sie sich dabei auf wesentliche Inhalte. Das Gießkannen-Prinzip führt hier erfahrungsgemäß zu Verwirrung und verhindert eine qualitativ hochwertige Bearbeitung derjenigen Themen, welche den größten Einfluss auf Ihre Geschäftstätigkeit haben.
  • Identifizieren Sie Ihre wesentlichen Anspruchsgruppen. Diese sind letztendlich auch die Zielgruppen Ihres Berichts, welchen Sie anschließend inhaltlich und formal entsprechend gestalten können. 
  • Reduzieren Sie den Umfang Ihres Berichts auf ein zielgruppengerechtes Maß und achten Sie dabei auf eine einfache und verständliche Sprache.
  • Stimmen Sie die Inhalte Ihres Berichts intensiv mit den betroffenen Bereichen ab und binden Sie diese frühzeitig ein. Dadurch schaffen Sie Akzeptanz und Verständnis und fördern den Bewusstseinsbildungsprozess zu alten und neuen, innovativen Themen in Ihrem Haus.
  • Trauen Sie sich und sprechen Sie in Ihrem Bericht gezielt sowohl positiv als auch negativ besetzte Themen an. Das schafft Glaubwürdigkeit und bietet Ihnen zugleich neue Anhaltspunkte für mögliche Maßnahmen im kommenden Berichtszeitraum.
  • Verschießen Sie nicht Ihr ganzes Pulver auf einmal und heben Sie sich bewusst ausgewählte Inhalte für den kommenden Berichtszeitraum auf.

 

zeag: Vielen Dank für das Interview!

 

Die Kreissparkasse Göppingen kommt bereits seit der Firmengründung im Jahr 1846 ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach. Mit dem CSR-Bericht 2014/2015 dokumentiert das Unternehmen erstmals seine Aktivitäten, Kennzahlen und Ziele zum weiten Themenfeld der Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsbericht der Kreissparkasse Göppingen