Unternehmenswerte sind keine graue Theorie

 

Erste "Ethics in Business"-Studie erschienen

 

Mittelständische Unternehmen, die Wertekataloge und Führungsgrundsätze definieren, engagieren sich überdurchschnittlich stark in der Gesellschaft. Das zeigt die aktuelle "Ethics in Business"-Studie – die erste ihrer Art! – von Prof. Dr. Thomas Beschorner und seinem Team (Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen). Für die als Lernprojekt angelegte Wirtschaftsinitiative haben die Wissenschaftler mittelständische Unternehmen analysiert, die sich in besonderem Maße der Gesellschaft verpflichtet fühlen.

 

Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

 

2012 wendeten die Unternehmen durchschnittlich 0,34 % ihres Umsatzes für gemeinnütziges Engagement auf. Zum Vergleich: Im deutschen Mittelstand beläuft sich dieser Wert im Durchschnitt auf nur 0,07 % (IfM Bonn).

 

Die untersuchten Unternehmen engagieren sich dabei hauptsächlich in klassischen Handlungsfeldern: 90,8 % unterstützen mit Geldspenden soziale Zwecke, 77,6 % betätigen sich als Sponsoren und 68,4 % leisten Sachspenden. Aber auch vergleichsweise junge Aktionsfelder finden bei vielen der Mittelständler Beachtung, zum Beispiel Corporate Volunteering genannte Freiwilligendienste (46,1 %) oder Cause Related Marketing (23,7 %), also die Beteiligung sozial oder ökologisch ausgerichteter Organisationen an den Verkaufserlösen ihrer Produkte.

 

Es besteht auch ein sehr enger Zusammenhang zwischen den Aktionsfeldern "Unternehmenswerte und Führung" und "werteorientierte Personalwirtschaft". Eine „werteorientierte Personalwirtschaft" geht dabei über die Zahlung angemessener Löhne weit hinaus. Vielmehr verbindet sich damit nach dem Verständnis der Studie eine Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz, eine fruchtbare Gestaltung von kultureller und religiöser Vielfalt und das Schaffen einer Kultur, in der sich jeder Einzelne produktiv entfalten kann.

 

Entscheidend für das Erreichen dieses Ziels ist die Integrität von Führungskräften. 90,8 % aller befragten Unternehmen betrachten die Mitglieder der Leitungsebene als erste Ansprechpartner für die Mitarbeiter im Falles eines moralischen Dilemmas.

 

Ferner hebt die Studie die Bedeutung weicher Erfolgsfaktoren bei der Erstellung der Vergütungs- und Bonussysteme hervor. Ein Teil der untersuchten Unternehmen arbeitet bereits damit: So berücksichtigen 36,8 % in ihren Erfolgsboni die Kundenzufriedenheit, 30,3 % die Mitarbeiterzufriedenheit und 31,6 % die persönliche Entwicklung der Mitarbeiter. 13,2 % der befragten Unternehmen setzen sogar als Pioniere auf eine ganzheitliche Verantwortung und verpflichten ihre Führungskräfte auf ökologische Ziele.

 

Hier gibt es die komplette Studie als Download.